George Russell ist nach dem turbulenten Start des Mexiko-GP auf 180 – und spricht von einem „Rasenmäher-Rennen“.
Der Mercedes-Pilot landete nur auf Rang sieben, weil für seine Konkurrenten nach eigener Ansicht andere Regeln galten.

Vier Fahrer nebeneinander, zwei neben der Strecke
Schon auf den ersten Metern eskalierte das Geschehen: Polesetter Lando Norris, Lewis Hamilton, Charles Leclerc und Max Verstappen gingen zu viert in die erste Bremszone. Norris und Hamilton blieben im Asphaltband, Leclerc und Verstappen räumten die Schikane ab, schnitten Kurve zwei und kamen als Erster bzw. Dritter zurück. Russell hatte auf der Innenbahn Platz gelassen – und staunte, als er beide vor sich wiederfand. „Ich verstehe nicht, wie drei Fahrer die erste Kurve abkürzen dürfen und einfach weiterfahren“, schimpfte der 27-Jährige bei Sky. „So bekommt man einen Freifahrtschein, alles zu riskieren.“
„Wie Rasenmäher-Rennen“
Russell sieht ein systemisches Problem: „Wir erleben das hier fast jedes Jahr – vergangenes Jahr Carlos, davor Charles, vor zehn Jahren Lewis. Es ist wie Rasenmäher-Rennen. Wäre dort Kies, keiner würde so weit rausfahren.“ Seiner Meinung nach wird die asphaltierte Auslaufzone als Joker missbraucht, der riskante Manöver ohne Konsequenzen erlaubt.
Hamilton bestraft, Verstappen nicht
In Runde sechs ging das Drama weiter. Verstappen stach in Kurve eins innen neben Hamilton, der Ferrari-Pilot blieb außen, wurde hinausgedrängt und wählte erneut den Weg über die Auslaufzone. Verstappen schnitt Kurve drei, kehrte vor Hamilton zurück und nötigte Russell zum Lupfen. Kurz darauf verbremste sich Hamilton, rauschte über das Gras und ignorierte die vorgeschriebene Rückwegschleife – Ergebnis: zehn Sekunden Strafe und schließlich Platz acht. Russell büßte im Getümmel drei Positionen ein, fiel hinter Teamkollege Andrea Kimi Antonelli zurück und tobte: „Max hätte ebenfalls bestraft werden müssen.“
Vertane Podestchance
„Wäre ich aus Kurve eins als Dritter gekommen, hätten wir P3 ins Ziel gebracht. Das ist die Story dieser Saison“, bilanzierte Russell frustriert. Sein Ärger verstärkte sich, weil ausgerechnet Turn-1-Rivalen aufs Podest kletterten: Norris triumphierte vor Leclerc und Verstappen.
Ruf nach Konsequenzen
Russell fordert nun klare Grenzen bei Track-Limits, um künftigen „Freifahrtscheinen“ vorzubeugen. Nach seinem verbalen Rundumschlag dürfte die Diskussion über härtere Strafen jedenfalls Fahrt aufnehmen – und dem Regelhüter in den kommenden Wochen kaum Ruhe lassen.

